September 4, 2026 Carla Günther

Why an ERP does not replace a PIM

Viele mittelständische Unternehmen stellen sich früher oder später dieselbe Frage: Wir haben doch bereits ein ERP-System, warum brauchen wir dann noch ein PIM? Die Antwort liegt in den grundlegend unterschiedlichen Aufgaben, die diese Systeme erfüllen:

Was ein ERP-System leistet

Ein ERP-System, kurz für Enterprise Resource Planning, ist das operative Rückgrat eines Unternehmens. Es steuert Geschäftsprozesse wie Einkauf, Produktion, Lagerhaltung, Auftragsabwicklung und Finanzbuchhaltung. Produktdaten existieren im ERP vor allem aus logistischer und kaufmännischer Perspektive: Artikelnummern, Lagerbestände, Lieferzeiten, Einkaufspreise, Stücklisten.

Was ein ERP typischerweise nicht liefert:

  • Marketingtexte und Produktbeschreibungen
  • Übersetzungen für internationale Märkte
  • Kanalspezifische Inhalte, etwa für Webshop, Marktplätze oder Print
  • Eine strukturierte Ausgabe an all diese Kanäle

Für all das braucht es ein System, das Produktdaten nicht aus betriebswirtschaftlicher, sondern aus kommunikativer Sicht betrachtet: ein PIM.

PIM und DAM: Produktdaten und digitale Medien

Ein PIM-System, Product Information Management, sammelt, reichert an und verwaltet sämtliche produktbezogenen Informationen zentral, unabhängig davon, in wie vielen Quellsystemen diese ursprünglich entstanden sind. Es fungiert als Single Source of Truth: Webshop, Printmedien, Marktplätze und Händlerportale erhalten ihre Produktinformationen aus einer einzigen, gepflegten Quelle.

Digitale Medien wie Produktbilder, Videos, Datenblätter oder Zertifikate gehören dagegen ins DAM, das Digital Asset Management. Ein DAM stellt diese Assets nicht nur zentral bereit, sondern konvertiert und liefert sie automatisch im passenden Format und in der richtigen Auflösung, ob für Webshop, Print oder Social Media.

Kurz gesagt: Das ERP denkt in Geschäftsprozessen, das PIM denkt in Produktkommunikation, und das DAM kümmert sich um die dazugehörigen digitalen Medien. Alle drei Systeme sind unverzichtbar, aber für klar abgegrenzte Aufgaben.

Wie die drei Systeme zusammenspielen

Im Idealfall liefert das ERP die strukturierten Basisdaten, etwa Artikelnummer, Maße, Preise und Lagerbestand, an das PIM. Das PIM reichert diese Daten an, mit Beschreibungen, Übersetzungen und kanalspezifischen Varianten. Das DAM stellt die passenden Bilder, Videos und Dokumente bereit. Gemeinsam spielen alle drei Systeme die fertigen Inhalte strukturiert an alle Ausgabekanäle aus. Daten werden so einmal erfasst, zentral angereichert und mehrfach verwendet.

Beispiel aus der Praxis: Das PIM enthält alle technischen Daten für einen neuen Antriebsmotor. Das DAM enthält die zugehörigen Produktfotos, den Explosionsplan und das Montage-Video. Die Verknüpfung beider Systeme stellt sicher, dass Webshop, Katalog und Händlerportal automatisch mit den richtigen Daten und den richtigen Medien befüllt werden, ohne manuelle Zwischenschritte.

Bei der Einführung sollte früh geklärt werden:

  • Welche Felder kommen aus dem ERP?
  • Was wird im PIM ergänzt?
  • Welches System ist bei überschneidenden Feldern die führende Quelle?

Die Abstimmung dieser Schnittstelle zwischen ERP und PIM ist einer der kritischsten Erfolgsfaktoren bei der Einführung. Die Datenhoheit muss früh im Projekt verbindlich geklärt werden.

Fazit

Ein ERP ersetzt kein PIM, und ein PIM ersetzt kein ERP. Beide Systeme lösen unterschiedliche Probleme. Erst im Zusammenspiel mit einem DAM entsteht eine konsistente, kanalübergreifende Produktkommunikation.

Mehr zu unserer PIM- und DAM-Beratung: https://mesakumo.com/pim-dam-beratung/

Interplay of PIM and DAM